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Ratgeber · Börsen & KaufenZuletzt geprüft: 5. Oktober 2026

Bitcoin kaufen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

So kaufst du Bitcoin bei einem lizenzierten Anbieter: Konto, Verifizierung, Einzahlung, Kauf und Aufbewahrung. Mit echten Kosten und den häufigsten Fehlern anderer Nutzer.

Kurz gesagt

Bitcoin kaufst du am einfachsten bei einer Börse oder einem Broker mit MiCA-Lizenz: Konto eröffnen, mit Ausweis verifizieren, Euro per SEPA-Überweisung einzahlen und Bitcoin kaufen. Achte dabei auf die echten Kosten inklusive Spread, denn die schwanken stark: In einer Studie kostete ein Kauf mit Verkauf je nach Anbieter zwischen 0,53 % und 6,45 %. Kaufe nur mit Geld, dessen Verlust du verkraften kannst.

Bevor du anfängst

Drei Regeln, bevor du den ersten Euro einzahlst:

  • Nur Geld, auf das du verzichten kannst. Der Bitcoin-Kurs kann innerhalb weniger Wochen um die Hälfte fallen. Ein Totalverlust ist möglich.
  • Nur lizenzierte Anbieter. Seit dem 1. Juli 2026 brauchen Krypto-Anbieter in der EU eine Zulassung nach MiCA. Wer dir ohne Lizenz hohe Renditen verspricht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.
  • Auf die echten Kosten schauen. „0 % Gebühr“ heißt nicht kostenlos. Ein großer Teil der Kosten steckt oft im Spread, also im Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Schritt 1: Anbieter wählen

Für Einsteiger gibt es zwei Arten von Anbietern. Börsen wie Bitvavo, Kraken oder Coinbase bringen Käufer und Verkäufer zusammen und bieten meist viele Kryptowerte. Broker und Neobroker wie Bitpanda, BISON oder Trade Republic verkaufen dir den Bitcoin direkt und sind oft besonders einfach zu bedienen.

So unterschiedlich sind die Kosten für einen Kauf und anschließenden Verkauf bei den Anbietern, die wir geprüft haben:

AnbieterEchte Kosten (Kauf + Verkauf)Bei 1.000,00 €
Bitvavo0,53 %Studie5,30 €
BISON2,50 %berechnet · BTC/ETH25,00 €
Trade Republic2,77 %Studie27,70 €
Bitpanda4,99 %Studie49,90 €
Kraken5,92 %Studie59,20 €
Coinbase6,45 %Studie64,50 €

Wie du prüfst, ob ein Anbieter wirklich lizenziert ist, steht in unserem Artikel zu lizenzierten Krypto-Börsen.

Schritt 2: Konto eröffnen und verifizieren

Für die Kontoeröffnung brauchst du eine E-Mail-Adresse, ein Smartphone und einen gültigen Ausweis. Lizenzierte Anbieter müssen nach dem Geldwäschegesetz prüfen, wer du bist. Das läuft meist so ab:

  1. Persönliche Daten eingeben: Name, Adresse, Geburtsdatum und Steuer-Identifikationsnummer.
  2. Ausweis fotografieren und ein Selfie oder kurzes Video aufnehmen.
  3. Ein paar Fragen beantworten, etwa zur Herkunft deines Geldes und zu deiner Erfahrung mit Kryptowerten.

Oft ist das in wenigen Minuten erledigt, manchmal dauert es ein paar Tage. Aktiviere direkt danach die Zwei-Faktor-Anmeldung mit einer Authenticator-App.

Schritt 3: Geld einzahlen

Die günstigste Art ist fast immer die SEPA-Überweisung. Bei Bitvavo und BISON ist sie kostenlos. Karte und PayPal sind schneller, kosten aber extra: bei Bitvavo 1 %, bei BISON 2,49 % für die Karte. Für die übrigen Anbieter konnten wir die Einzahlungsgebühren noch nicht belegen. Sie stehen im Datenblatt des jeweiligen Börsen-Profils.

Schritt 4: Bitcoin kaufen

Die meisten Apps bieten zwei Wege:

  • Sofortkauf: Betrag eingeben, bestätigen, fertig. Das ist bequem, aber meist teurer, weil der Preis einen Aufschlag enthält.
  • Order mit Limit: Du legst selbst fest, zu welchem Preis du höchstens kaufen willst. Bei Börsen mit Orderbuch ist das meist günstiger, aber etwas komplizierter.

Schau dir vor dem Bestätigen die Vorschau genau an: Wie viel Bitcoin bekommst du für deinen Betrag? Vergleiche den Kaufkurs mit dem Verkaufskurs, der im selben Moment angezeigt wird. Der Unterschied ist der Spread, den du beim Verkauf wieder bezahlst. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Artikel zum Spread.

Schritt 5: Bitcoin aufbewahren

Du hast zwei Möglichkeiten:

  • Beim Anbieter lassen. Das ist am einfachsten. Lizenzierte Anbieter müssen deine Kryptowerte getrennt von ihrem eigenen Vermögen verwahren, damit sie bei einer Pleite nicht in der Insolvenzmasse landen. Eine Einlagensicherung wie beim Bankkonto gibt es aber nicht.
  • Auf eine eigene Wallet übertragen. Dann hat niemand außer dir Zugriff. Du bist aber auch allein verantwortlich: Wer die Wiederherstellungswörter (Seed Phrase) verliert, verliert die Bitcoin.

Für die Auszahlung auf eine eigene Wallet verlangen viele Anbieter eine Gebühr, bei Bitvavo zum Beispiel 0,000017 BTC, bei BISON ist sie kostenlos. Ab mehr als 1.000 € muss der Anbieter prüfen, ob die Ziel-Adresse wirklich dir gehört. Häufig musst du das selbst bestätigen, etwa mit einer Signatur aus deiner Wallet.

Schritt 6: An die Steuer denken

In Deutschland gilt für Kryptowerte im Privatvermögen Stand heute:

  • Verkaufst du nach mehr als einem Jahr, ist der Gewinn steuerfrei.
  • Verkaufst du innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn steuerpflichtig, wenn alle deine privaten Veräußerungsgewinne im Jahr zusammen 1.000 € oder mehr betragen.

Das Bundesfinanzministerium plant, die Haltefrist für Kryptowerte abzuschaffen, die ab 2027 gekauft werden. Beschlossen ist das noch nicht. Speichere deshalb von Anfang an alle Kaufbelege. Details stehen in unserem Artikel zu Krypto-Steuern in Deutschland.

Häufige Fehler, von denen andere Nutzer berichten

Wir haben aktuelle Bewertungen auf Trustpilot zu den sechs Anbietern ausgewertet, die wir geprüft haben. Diese Probleme tauchen immer wieder auf:

  1. Konto gesperrt nach der ersten Einzahlung. Meist wegen einer Geldwäsche-Prüfung, besonders bei Überweisungen von fremden Konten. Zahl vom eigenen Konto ein und beantworte Rückfragen des Anbieters vollständig.
  2. Hohe Kosten erst beim Verkauf bemerkt. Wer nur auf die Gebühr schaut, übersieht den Spread. Vergleiche deshalb immer Kauf und Verkauf zusammen.
  3. Lange Wartezeiten beim Support. Bei fast allen Anbietern gibt es Beschwerden über langsame Antworten. Plane Ein- und Auszahlungen nicht auf den letzten Drücker.
  4. Erneute Verifizierung bei geänderten Daten. Nach einem Umzug oder Namenswechsel verlangen Anbieter oft eine neue Prüfung. Bis dahin können Funktionen gesperrt sein.

Die Bewertungen der einzelnen Anbieter findest du in den Börsen-Profilen unter „Was Nutzer berichten“.

Alternative: ein Sparplan

Statt einmal einen größeren Betrag zu investieren, kannst du jeden Monat einen festen Betrag anlegen. Trade Republic bietet Krypto-Sparpläne ab 1 € ohne Gebühr, Bitvavo ab 5 €. Mit unserem Sparplan-Rechner siehst du, wie sich Einzahlungen und Kosten über die Jahre summieren, ohne Kursprognose.

Häufige Fragen

Kann ich auch für 50 oder 100 € Bitcoin kaufen?

Ja. Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Einheiten (Satoshi) teilen. Du kaufst einfach einen Bruchteil. Bei Trade Republic geht ein Sparplan schon ab 1 €, bei Bitvavo ab 5 €. Bei kleinen Beträgen fallen feste Gebühren aber stärker ins Gewicht.

Wo kaufe ich Bitcoin am günstigsten?

In der Studie des Frankfurt School Blockchain Center und von intas.tech war Bitvavo mit 0,53 % für Kauf und Verkauf am günstigsten. Mit unserem Echte-Kosten-Rechner kannst du die Anbieter für deinen Betrag und deine Zahlungsart vergleichen.

Brauche ich eine eigene Wallet?

Nicht unbedingt. Lizenzierte Anbieter müssen deine Kryptowerte getrennt von ihrem eigenen Vermögen verwahren. Eine eigene Wallet gibt dir volle Kontrolle, dafür bist du aber selbst für die Sicherung verantwortlich. Wer die Wiederherstellungswörter verliert, verliert die Bitcoin.

Ist Bitcoin kaufen in Deutschland legal?

Ja. Privatpersonen dürfen Bitcoin kaufen, halten und verkaufen. Anbieter brauchen dafür seit Juli 2026 eine Zulassung nach MiCA. Gewinne können steuerpflichtig sein, wenn du innerhalb eines Jahres verkaufst.

Quellen

  1. Interim MiCA Register: Liste der zugelassenen Krypto-Dienstleister (CASPs), Stand 31.08.2026ESMA · abgerufen am 5. Oktober 2026
  2. Studie zu Handelskosten bei Krypto-Anbietern (432 Testkäufe, Januar bis Februar 2026)Frankfurt School Blockchain Center & intas.tech · abgerufen am 5. Oktober 2026
  3. Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (MiCA), Art. 70 und 75EUR-Lex · abgerufen am 5. Oktober 2026
  4. Verordnung (EU) 2023/1113 (Geldtransferverordnung), Art. 14 Abs. 5: Transfers an selbst gehostete AdressenEUR-Lex · abgerufen am 5. Oktober 2026
  5. § 23 EStG: Private VeräußerungsgeschäfteGesetze im Internet · abgerufen am 5. Oktober 2026
  6. Gebühren und Datenblätter der Anbieter (einzeln verlinkt in den Börsen-Profilen)Unhyped · abgerufen am 5. Oktober 2026
  7. Bewertungsprofile der Anbieter (Themen aus aktuellen Bewertungen)Trustpilot · abgerufen am 5. Oktober 2026

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